„Klinische Korrelation empfohlen“: Was der Satz bedeutet
Was meint ein Befund mit „klinische Korrelation empfohlen“? Hier erfährst du, was Ärztinnen und Ärzte damit praktisch meinen.

Arzt und Mitgründer
Auf einen Blick
- „Klinische Korrelation empfohlen“ bedeutet, dass ein Befund ohne weitere Beurteilung am Patienten nicht sicher einzuordnen ist.
- Der Satz ist häufig kein Alarm, sondern ein Hinweis: Das Ergebnis ist ein Puzzleteil im Gesamtbild.
- Die Aussage enthält bewusst Unsicherheit, weil Veränderungen auch harmlos, vorübergehend oder unterschiedlich erklärbar sein können.
- Oft folgt daraus erst ein Gespräch mit Einordnung, Vergleich von Vorbefunden oder gezieltes weiteres Abklären.
Warum steht das im Befund?
Dieser Zusatz taucht vor allem dann auf, wenn ein Laborwert oder ein Bild in der Radiologie (z. B. Röntgen, CT, MRT, Ultraschall) eine Auffälligkeit beschreibt, diese aber ohne zusätzliche Informationen nicht sicher eingeordnet werden kann. Der Bericht soll damit signalisieren: Das Ergebnis ist ein Puzzleteil – seine Bedeutung hängt davon ab, welche Beschwerden du hast, welche Vorerkrankungen und Medikamente eine Rolle spielen und was bei der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen auffällt. Manchmal ist die Fragestellung auf dem Überweisungsschein zu ungenau oder es fehlen Vorbefunde zum Vergleich; manchmal sind Veränderungen so unspezifisch, dass mehrere Erklärungen möglich sind. Dann weist der Satz darauf hin, dass die Ärztin oder der Arzt, die/der dich kennt, das Ergebnis zusammen mit dem „klinischen Bild“ (also Symptomen, weiteren Untersuchungsergebnissen und Befunden) bewerten sollte.
Info
„Klinische Korrelation empfohlen“ bedeutet meist: Der Befund ist real, aber ohne deine Beschwerden, Vorgeschichte und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen noch nicht sicher einzuordnen.
In der Radiologie kann das z. B. heißen, dass ein Schatten, eine kleine Flüssigkeitsansammlung oder eine Gewebestruktur zwar auffällt, aber auch durch harmlose Varianten, Technikgrenzen oder Begleitumstände erklärbar sein kann. Im Labor kann ein Wert außerhalb des Referenzbereichs liegen, ohne dass er allein schon eine klare Ursache festlegt; es kommt dann auf Verlauf, Begleitwerte und Symptome an. Der Satz ist damit häufig kein Alarm, sondern eher die Aufforderung: Bitte nicht isoliert lesen, sondern zusammenführen – damit du am Ende eine stimmige, nachvollziehbare Einordnung bekommst.
| Formulierung im Befund | Typische Aussagekraft (grob) |
|---|---|
| „klinische Korrelation empfohlen“ | Unsicherheit/Offenheit: Kontext nötig, keine eindeutige Schlussfolgerung allein aus dem Messwert/Bild |
| „vereinbar mit …“ / „passend zu …“ | Eher stützend: Befund passt zu einer Möglichkeit, ist aber nicht zwingend beweisend |
| „kein Hinweis auf …“ | Eher entlastend: Gesuchtes wurde nicht gesehen |
Was bedeutet das für das Vorgehen?
Ärztinnen und Ärzte schauen, ob der Befund zu deinem Anlass der Untersuchung passt, wie stark deine Beschwerden sind, ob es passende Hinweise in der körperlichen Untersuchung gibt und ob es Alternativerklärungen gibt (zum Beispiel eine harmlose Normvariante oder eine vorübergehende Reaktion). Manchmal werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt wie zum Beispiel ein Ultraschall. In manchen Situationen ist auch schlicht eine Rückfrage zwischen den Fachbereichen sinnvoll, etwa wenn die klinische Fragestellung im Auftrag unklar war oder wichtige Angaben fehlen. Dass das Vorgehen individuell unterschiedlich ist, ist Folge davon, dass derselbe Befund je nach Person, Vorgeschichte und Symptomen eine ganz andere Bedeutung haben kann.

Diese Fragen können dir helfen, das Gespräch zur „klinischen Korrelation“ gut vorzubereiten:
- Welche konkrete klinische Frage sollte die Untersuchung beantworten (z. B. „Ursache der Schmerzen“, „Ausschluss Entzündung“, „Verlaufskontrolle“)?
- Gibt es frühere Befunde/Bilder/Laborwerte zum direkten Vergleich, und was hat sich seitdem verändert?
- Welche Zusatzinfos könnten die Einordnung verändern (z. B. aktuelle Medikamente, kürzliche Infekte, Operationen, Schwangerschaft, bekannte Grunderkrankungen)?
- Welche Zeichen würden eher dafür sprechen, dass der Befund zu den Beschwerden passt – und welche eher dagegen?
- Wann und unter welchen Umständen wäre eine Verlaufskontrolle sinnvoll, und welche Veränderungen würden dann als „relevant“ gelten?
Steht „klinische Korrelation empfohlen“ in deinem Befund?
In diesem Artikel wird die Formulierung nur allgemein erklärt und kann deinen konkreten Befund nicht individuell bewerten. Wenn du magst, kannst du deinen Befund (z. B. CT-Befund) anonym hochladen und dir verständlich erklären lassen, was die Aussage in deinem Fall typischerweise meint und welche Fragen du im Arztgespräch klären kannst.
Zusammenfassung
Wenn in deinem Befund „klinische Korrelation empfohlen“ steht, heißt das meist: Der Messwert oder Bildbefund braucht Kontext, um sinnvoll bewertet zu werden. Die Formulierung signalisiert eher Unsicherheit als eine feste Aussage und soll verhindern, dass du das Ergebnis isoliert interpretierst. Entscheidend ist, ob der Befund zu deinen Beschwerden, zur Untersuchung und zu deiner Vorgeschichte passt. Je nach Gesamtbild kommen dann eine körperliche Untersuchung, weitere Bildgebung (z.B. Ultraschall) oder gezielte zusätzliche Diagnostik infrage.
Häufige Fragen (FAQ)
Quellen
- Kuzminski SJ. Recommend clinical correlation: a common but meaningless phrase in radiology reporting. J Am Coll Radiol. 2015;12(8):775.
Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26092591/
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