Benigne und maligne: Bedeutung im Befund erklärt
Was bedeutet „benigne“ oder „maligne“ in deinem Befund? Hier erfährst du, wie die Begriffe verwendet werden und was sie (nicht) automatisch aussagen.

Arzt und Mitgründer
Auf einen Blick
- „Benigne“ bedeutet gutartig und „maligne“ bösartig, gemeint ist das biologische Verhalten von Gewebe.
- In Befunden sind „benigne/maligne“ manchmal als Einschätzung gemeint, manchmal auch als gesicherte Diagnose (Pathologiebefund)
- Eine Beurteilung, ob etwas „benigne“ oder „maligne“ ist, gelingt durch eine Analyse des Gewebes durch Biopsie oder Operation
Was die Wörter wörtlich bedeuten
Was die Wörter wörtlich bedeuten: „benigne“ heißt in der Medizin „gutartig“, „maligne“ bedeutet „bösartig“. Ärztinnen und Ärzte beschreiben damit vor allem das biologische Verhalten von Gewebe. Im Kern steht die Frage nach dem Wachstumsmuster: Benigne Veränderungen sind oft eher lokal begrenzt und bleiben an ihrem Entstehungsort, während maligne Veränderungen eher zerstörend wachsen können, Grenzen überschreiten und sich manchmal über Blut- oder Lymphwege in andere Körperregionen verlagern. Manchmal sind die Wörter auch Bestandteil fester Krankheitsnamen („maligne“ im Sinn von schwerem Verlauf), was zeigt, dass es um die potenzielle Gefährlichkeit und Dynamik geht.
| Begriff im Befund | Was damit meist gemeint ist | |
|---|---|---|
| benigne (gutartig) | Wirkt eher lokal begrenzt; wächst häufig verdrängend statt zerstörend, kann aber je nach Ort trotzdem Probleme machen. | |
| maligne (bösartig) | Kann in Nachbargewebe einwachsen und sich im Körper ausbreiten. | |
| Dignität | Medizinische „Wertigkeit“ einer Veränderung (Überbegriff der Einteilung benigne/maligne). |
Weitere Verwendungen der Begriffe
Gerade in Bereichen wie Radiologie, Gynäkologie, HNO oder Dermatologie liest man Formulierungen, die eine Dignität (medizinische „Wertigkeit“) ausdrücken, ohne dass eine Gewebeprobe entnommen wurde: Wenn in einem Arztbrief „benigne imponierend“ steht, bedeutet das meist „spricht eher für gutartig“, und wenn „malignitätsverdächtig“ steht, bedeutet das „es gibt Merkmale, die genauer abgeklärt werden sollten“ – oft verbunden mit dem Hinweis, welche nächsten Schritte zur Absicherung der Einschätzung sinnvoll sind. Achte darauf, ob die Aussage ausdrücklich an eine Methode gebunden ist (z. B. „sonographisch benigne“ oder „morphologisch malignitätssuspekt“) – dann beschreibt sie vor allem den Eindruck aus dieser Untersuchung.

Typische Einschränkungen im Bericht
Typische Formulierungen im Bericht rund um „benigne“ und „maligne“ klingen oft eindeutiger, als sie gemeint sind: Häufig handelt es sich um eine Einschätzung mit unterschiedlicher Sicherheit. Wenn du zum Beispiel „V. a.“ liest, heißt das „Verdacht auf“ – also: Es gibt Hinweise, aber es ist noch nicht bewiesen. „DD“ steht für „Differenzialdiagnose“ und meint mögliche Alternativen, die noch in Frage kommen und gegeneinander abgegrenzt werden sollen. Und Wörter wie „am ehesten“, „wahrscheinlich“ oder „vereinbar mit“ drücken meist aus, dass die Befundmerkmale eher in eine Richtung passen, aber nicht alle Kriterien so klar sind, dass man schon von einer endgültigen Einordnung sprechen kann.
Welche Untersuchungen das einordnen
Am zuverlässigsten zur Frage „benigne oder maligne?“ ist eine Gewebeuntersuchung: Bei einer Biopsie wird eine kleine Probe entnommen und in der Histologie (feingewebliche Untersuchung) beurteilt. Das kann eine bildgebende Einschätzung bestätigen – oder auch korrigieren. Genau deshalb liest du in Berichten häufig Empfehlungen wie „Histologie empfohlen“ oder „bioptische Sicherung“, wenn das Bild nicht eindeutig ist oder wenn das Ergebnis Konsequenzen für die weitere Behandlung hätte.
Remember
Bildgebung kann eine Richtung anzeigen, aber die sicherste Einordnung gelingt häufig erst durch eine Gewebeuntersuchung (Biopsie/Histologie).
Wann du zeitnah nachfragen solltest
Wann du zeitnah nachfragen solltest: Sobald in deinem Befund Begriffe wie „unklare Dignität“, „malignitätsverdächtig“ oder „Abklärung empfohlen“ stehen, ist Nachfragen sinnvoll. Hilfreiche Rückfragen sind zum Beispiel: Ist das „benigne“/„maligne“ hier eine sichere Diagnose oder eine Einschätzung nach Bildgebung? Worauf stützt sie sich (Größe, Begrenzung, Wachstumsmuster, Lymphknoten, Vergleich zu Voraufnahmen)? Und was ist der nächste konkrete Schritt, um das einzuordnen – Kontrolle in einem bestimmten Zeitraum, weitere Bildgebung oder eine Gewebeuntersuchung (Biopsie/Histologie)? Gerade wenn im Bericht mehrere Möglichkeiten genannt werden („DD …“), ist es klug, dir erklären zu lassen, welche Variante die Ärztin oder der Arzt am wahrscheinlichsten findet und welche Zeichen dafür oder dagegen sprechen.
Steht in deinem Befund "benigne" oder "maligne"?
In diesem Artikel besprechen wir „benigne“ und „maligne“ nur allgemein und können deinen konkreten Befund nicht individuell übersetzen. Wenn du willst, kannst du deinen Arztbrief oder Befund anonym hochladen und eine verständliche Erklärung bekommen, was die Formulierungen in deinem Bericht bedeuten und welche Fragen du im Termin stellen kannst.
Zusammenfassung
„Benigne“ und „maligne“ beschreiben in der Medizin vor allem, wie sich Gewebe verhält, wächst und sich abgrenzt. In Arztbriefen ist das manchmal eine Einschätzung, die je nach Formulierung unterschiedlich sicher gemeint sein kann. Am zuverlässigsten klärt eine Gewebeuntersuchung (Histologie) die Dignität. Wenn im Befund von unklarer Dignität, Malignitätsverdacht oder einer empfohlenen Abklärung die Rede ist, hilft Nachfragen, um das weitere Vorgehen zu verstehen.
Frequently Asked Questions (FAQ)
Sources
- National Cancer Institute. Malignant [Internet]. Bethesda (MD): National Cancer Institute; o. J. [zitiert 24. Februar 2026].
Verfügbar unter: https://www.cancer.gov/publications/dictionaries/cancer-terms/def/malignant
- American Cancer Society. What are neoplasms and tumors? [Internet]. Atlanta (GA): American Cancer Society; 2025 [zitiert 24. Februar 2026].
Verfügbar unter: https://www.cancer.org/cancer/understanding-cancer/what-is-cancer/neoplasms-and-tumors.html
- National Health Service (NHS). Biopsy [Internet]. London: NHS; 2025 [zitiert 24. Februar 2026].
Verfügbar unter: https://www.nhs.uk/conditions/biopsy/what-happens/
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