CT-Befund verstehen
CT-Befunde wirken oft technisch und unverständlich. Dieser Artikel erklärt typische Formulierungen, den Aufbau des Berichts und wichtige Messwerte so, dass Sie Ihren CT-Befund besser einordnen können.

Arzt und Mitgründer
Auf einen Blick
- CT-Befunde sind standardisiert aufgebaut und folgen einer festen medizinischen Struktur.
- Typische Abschnitte sind Indikation, Technik, Befund und Beurteilung.
- Viele Begriffe und Formulierungen wirken technisch, sind aber erklärbar und nicht automatisch bedenklich.
- Messwerte wie Millimeterangaben oder Hounsfield-Einheiten müssen immer im Kontext interpretiert werden.
- Einzelne Aussagen im CT-Bericht ersetzen keine ärztliche Gesamtbeurteilung.
Dieser Artikel gehört zum Themenbereich Arztbrief & medizinischen Befund verstehen. Dort finden Sie eine übergeordnete Einordnung und weiterführende Informationen.
Wie ein CT-Befund aufgebaut ist
Indikation
Hier steht, warum die Untersuchung durchgeführt wurde, zum Beispiel:
„Kopfschmerzen, Ausschluss intrazerebrale Blutung“.
Die Indikation ist wichtig, weil sie den Kontext vorgibt, in dem die Bilder beurteilt werden.
Technik
In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie die CT durchgeführt wurde – etwa mit oder ohne Kontrastmittel, in welcher Phase oder mit welchen Einstellungen. Diese Angaben helfen, die Aussagekraft der Untersuchung richtig einzuordnen und spätere Kontrollen zu vergleichen.
Befund
Der Befund beschreibt sachlich, was auf den Bildern zu sehen ist – zunächst ohne Bewertung. Hier finden sich viele der typischen Formulierungen, die für Laien schwer verständlich wirken.
Beurteilung
Am Ende fasst die Radiologin oder der Radiologe die wichtigsten Punkte zusammen und beantwortet die Fragestellung der Indikation. Für behandelnde Ärztinnen und Ärzte ist dies oft der wichtigste Abschnitt.
Merke
Indikation = Warum?
Technik = Wie?
Befund = Was sieht man?
Beurteilung = Was bedeutet das?
Typische Schlagwörter im CT-Befund
Viele Begriffe im CT-Befund klingen bedrohlicher, als sie gemeint sind:
- Unauffällig
Es zeigt sich kein krankhafter Befund in der beschriebenen Struktur. - Vereinbar mit
Die Bildbefunde passen zu einer bestimmten Diagnose, beweisen sie aber nicht eindeutig. - Suspekt / verdächtig
Eine Auffälligkeit sollte weiter abgeklärt oder kontrolliert werden. - Raumforderung
Eine Struktur nimmt mehr Platz ein als normal. Das kann harmlos (z. B. Zyste) oder behandlungsbedürftig sein. - Infiltration
Eine Veränderung breitet sich in angrenzendes Gewebe aus, etwa bei Entzündungen oder Tumoren. - Kontrastmittelanreicherung
Ein Bereich erscheint nach Kontrastmittelgabe heller, was auf Durchblutung oder entzündliche Aktivität hinweisen kann.
Gut zu wissen
Diese Begriffe sind Hinweise, keine endgültigen Diagnosen. Ihre Bedeutung ergibt sich immer aus dem Gesamtzusammenhang.
Messwerte und Fachangaben verstehen
CT-Befunde enthalten viele Zahlen – sie sind entscheidend für die Interpretation:
Größenangaben (mm)
Veränderungen werden meist in Millimetern gemessen, z. B. „Läsion 12 × 8 mm“. Kleine Unterschiede zwischen Untersuchungen können technisch bedingt sein und sind nicht automatisch krankhaft.
Hounsfield-Einheiten (HU)
HU geben die Dichte eines Gewebes an.
| Gewebe/Material | HU |
|---|---|
| Luft | −1000 |
| Wasser | 0 |
| Fett | -120 bis -50 |
| Weichteile | 20 bis 80 |
| Knochen/Verkalkungen | mehrere hundert |
Lokalisation und Seite
Angaben wie rechts/links, Organabschnitte oder Wirbelkörperhöhe zeigen, wo genau sich ein Befund befindet.
Kontrastmittel-Phasen
- Nativ: ohne Kontrastmittel
- Arteriell: frühe Durchblutungsphase
- Portalvenös: besonders wichtig für Bauchorgane
- Spätphase: verzögerte Beurteilung

Beispiel-Formulierungen
Kopf (CCT)
- „Keine intracerebrale Blutung“ → Kein Hinweis auf eine frische Hirnblutung
- „Kein Anhalt für akute Ischämie“ → Kein Zeichen eines frischen Schlaganfalls
- „Raumforderung“ → abgrenzbare Struktur, Bedeutung abhängig vom Kontext
- „Mittellinienverlagerung“ → Hirnstrukturen sind durch Druck leicht verschoben
Thorax (Lunge)
- „Keine pulmonale Embolie nachweisbar“ → Keine Blutgerinnsel in der Lunge
- „Infiltrate basal beidseits, vereinbar mit Pneumonie“ → Lungenentzündung in den unteren Lungenabschnitten
- „Pleuraerguss rechts“ → Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand rechts
- „Vergrößerte mediastinale Lymphknoten“ → vergrößerte Lymphknoten im Brustraum
Abdomen / Becken
- „Keine freie Luft, kein freies Wasser“ → Kein Hinweis auf Darmdurchbruch oder größere Flüssigkeitsansammlung
- „Appendix verdickt und kontrastmittelaufnehmend“ → Hinweis auf Blinddarmentzündung
- „Leberläsion 8 mm mit benignen Zeichen“ → Kleine, wahrscheinlich harmlose Veränderung
- „Keine Harnstauung, keine Konkremente“ → kein Rückstau der Nieren, keine Steine
Grenzen des CT-Befunds
Ein CT kann nicht jede Frage abschließend klären. Einschränkungen können sein:
- Artefakte durch Bewegung oder Metall
- Unspezifische Befunde, die mehrere Ursachen haben können
- Frühe Krankheitsstadien, die noch nicht sichtbar sind
Deshalb finden sich häufig Hinweise wie „klinische Korrelation empfohlen“ oder „Verlaufskontrolle angeraten“. Das bedeutet: Die Bildgebung ist ein Baustein – Beschwerden, Untersuchung und weitere Tests sind genauso wichtig.
Liegt Ihnen ein CT-Befund vor?
Typische CT-Formulierungen werden in diesem Artikel nur allgemein betrachtet.
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren eigenen CT-Befund zu verstehen, können Sie den Befund hier anonym hochladen und im Zusammenhang verständlich erklären lassen.
Zusammenfassung
Ein CT-Befund ist kein Rätseltext, sondern folgt festen Regeln. Wer typische Formulierungen, Messwerte und den Aufbau kennt, kann seinen Befund besser verstehen und gezielter mit Ärztinnen und Ärzten besprechen. Genau dabei hilft eine verständliche Einordnung – damit medizinische Informationen nicht verunsichern, sondern Orientierung geben.
Häufige Fragen (FAQ)
Quellen
- Pahadia M, Khurana S, Geha H, Deahl ST II. Radiology report writing skills: a linguistic and technical guide for early-career oral and maxillofacial radiologists. Imaging Sci Dent. 2020;50(3):269–272. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33005586/
- Hartung MP, Bickle IC, Gaillard F. How to create a great radiology report. Radiographics. 2020;40(6):1668–1682. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33001790/
- Nobel JM, van Geel K, Robben SGF. Structured reporting in radiology: a systematic review to explore its potential. Eur Radiol. 2022;32(4):2837–2854. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34652520/
- Stoehr F, Mildenberger P, Jörg T. Image interpretation and the radiological report. Radiologie (Heidelb). 2023;63(2):110–114. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36700945/
Wichtiger Hinweis:
Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und dem besseren Verständnis medizinischer Zusammenhänge. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung und sind nicht zur Grundlage medizinischer Entscheidungen geeignet. Für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.