Was bedeutet CRP im Blutbild?
CRP ist ein wichtiger Laborwert im Blutbild, der Aufschluss über Entzündungen im Körper gibt. Erfahre, was erhöhte oder erniedrigte CRP-Werte bedeuten, welche Ursachen dahinterstecken können und worauf man bei der Interpretation achten sollte.

Arzt und Mitgründer
Auf einen Blick
Auf einen Blick
- CRP (C-reaktives Protein) ist ein Entzündungsmarker im Blut, der bei Infektionen, Entzündungen oder Gewebeschäden ansteigt.
- Ein erhöhter CRP-Wert sagt aber nichts über deren Ursache oder Lokalisation aus.
- Der Normbereich liegt in den meisten Laboren unter 5 mg/L.
- Für eine verlässliche Interpretation muss der CRP-Wert immer im Zusammenhang betrachtet werden.
Dieser Artikel gehört zum Themenbereich Laborbefunde & Blutwerte verstehen. Dort finden Sie eine übergeordnete Einordnung und weiterführende Informationen.

Was ist CRP?
CRP steht für C-reaktives Protein. Es ist ein Eiweiß, das vor allem in der Leber gebildet wird. Sobald eine Entzündung im Körper auftritt, steigt die Konzentration von CRP im Blut deutlich an – oft schon innerhalb weniger Stunden. CRP zeigt nicht, wo genau die Entzündung liegt, sondern nur, dass eine Entzündungsreaktion im Körper stattfindet.
Referenzwerte von CRP
Die Normwerte können je nach Labor leicht variieren, liegen aber meist bei:
- < 5 mg/L: normal
- 5–50 mg/L: leichte bis mäßige Erhöhung (z. B. Infekte, Entzündungen)
- > 50 mg/L: deutliche Erhöhung, oft bei stärkeren bakteriellen Infektionen
Verschiedene Labore verwenden teilweise unterschiedliche Einheiten – zum Beispiel mg/L oder mg/dL. Das kann für Verwirrung sorgen, da die Werte unterschiedlich hoch erscheinen. Entscheidend ist, immer die angegebenen Referenzbereiche des Labors zu beachten.
Ursachen für erhöhtes CRP
Ein erhöhter CRP-Wert kann verschiedene Ursachen haben:
- Akute Infektionen (z. B. Lungenentzündung, Harnwegsinfekt)
- Chronische Entzündungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Darmentzündungen)
- Gewebeschäden (z. B. nach Operationen oder Verletzungen)
- Krebserkrankungen (in seltenen Fällen)
CRP ist ein sensitiver, aber unspezifischer Marker. Für die Interpretation werden deshalb immer weitere Laborwerte, klinische Symptome und ärztliche Untersuchungen herangezogen.
Gut zu wissen
Ein erhöhter Wert zeigt zuverlässig an, dass im Körper ein Entzündungsprozess stattfindet – er verrät jedoch nicht, wo genau die Entzündung sitzt oder welche Ursache dahintersteckt.
Wann bestimmt der Arzt CRP?
CRP gehört zu den am häufigsten bestimmten Laborwerten und wird heute fast immer standardmäßig bei Routinekontrollen im Rahmen eines Blutbilds erhoben.
Darüber hinaus wird CRP oft dann gezielt gemessen, wenn der Verdacht auf eine Infektion oder Entzündung besteht. Typische Situationen sind:
- Fieber unklarer Ursache
- Abklärung bei Husten, Schmerzen oder Schwellungen
- Kontrolle nach Operationen
- Verlaufskontrolle bei bekannten Entzündungskrankheiten
Liegt Ihnen ein Laborbefund vor?
Der CRP-Wert wird in diesem Artikel nur allgemein betrachtet.
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihren eigenen Laborbefund zu verstehen, können Sie den Befund hier anonym hochladen und im Zusammenhang verständlich erklären lassen.
→ Laborbefund erklären lassen
Zusammenfassung
CRP ist ein Entzündungsmarker im Blut, der bei Infektionen, Entzündungen oder Gewebeschäden ansteigt. Ein erhöhter Wert zeigt an, dass eine Entzündungsreaktion im Körper besteht, sagt jedoch nichts über deren Ursache oder Ort aus. Die Norm liegt meist unter 5 mg/L. Für die richtige Einordnung muss der CRP-Wert immer zusammen mit Beschwerden, weiteren Laborwerten und der ärztlichen Beurteilung betrachtet werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Quellen
- Pepys MB, Hirschfield GM. C-reactive protein: a critical update. J Clin Invest. 2003;111(12):1805–1812. Verfügbar unter: https://www.jci.org/articles/view/18921
- Vigushin DM, Pepys MB, Hawkins PN. Metabolic and scintigraphic studies of radioiodinated human C-reactive protein in health and disease. J Clin Invest. 1993;91(4):1351–1357. Verfügbar unter: https://www.jci.org/articles/view/116336
- Gabay C, Kushner I. Acute-phase proteins and other systemic responses to inflammation. N Engl J Med. 1999;340(6):448–454. Verfügbar unter: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199902113400607
- Sproston NR, Ashworth JJ. Role of C-reactive protein at sites of inflammation and infection. Front Immunol. 2018;9:754. Verfügbar unter: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fimmu.2018.00754
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