D-Dimere - was bedeutet der Wert?
Was sind D‑Dimere und was bedeutet ein erhöhter oder unauffälliger D‑Dimer‑Wert?Hier erfährst du, wie der D‑Dimer‑Test sinnvoll eingesetzt wird, wie er abläuft und wie Referenzbereiche sowie altersangepasste Grenzwerte und häufige Ursachen für erhöhte Werte einzuordnen sind.

Arzt und Mitgründer
Auf einen Blick
- D-Dimere sind kleine Eiweißstücke, die entstehen, wenn der Körper ein Blutgerinnsel wieder auflöst.
- Gerinnsel bestehen aus „Fibrin-Netzen“, ein stabiles Netz, um die Wunde zu verschließen.
- Wird das Gerinnsel nicht mehr gebraucht, baut der Körper es ab – dabei entstehen D-Dimere.
- Sind die D-Dimer-Werte niedrig, spricht das meist gegen eine Thrombose oder Lungenembolie. Hohe Werte bedeuten jedoch nicht automatisch, dass ein Gerinnsel vorliegt.
Was sind D-Dimere und wie entstehen sie?
D-Dimere sind kleine Eiweißstücke in Deinem Blut. Sie entstehen, wenn Dein Körper ein Blutgerinnsel wieder abbaut.
Wenn Du Dich verletzt, bildet Dein Körper ein Gerinnsel, damit die Blutung stoppt. Dieses Gerinnsel besteht aus einem stabilen „Faser-Netz“, das Fibrin heißt. Es sorgt dafür, dass die Wunde verschlossen wird.
Sobald das Gerinnsel nicht mehr gebraucht wird, startet Dein Körper seine eigene „Aufräumaktion“. Dabei wird das Fibrin-Netz wieder zerlegt. Genau bei diesem Abbau entstehen D-Dimere.
Gut zu wissen
D-Dimere zeigen nicht nur Gerinnselbildung, sondern vor allem deren Abbau an – ohne Aussage über Ort oder Größe eines möglichen Gerinnsels.
Geringe Mengen entstehen ständig. Wenn sich aber irgendwo im Körper ein frisches Gerinnsel gebildet hat, steigen die Werte im Blut an. Wichtig ist: Erhöhte D-Dimere bedeuten nicht automatisch, dass Du eine Thrombose hast – sie zeigen nur, dass Gerinnung und Abbau im Körper aktiv waren.
Wann wird der D-Dimer-Test durchgeführt?
Ein D-Dimer-Test wird durchgeführt, wenn Dein Arzt oder Deine Ärztin prüfen möchte, ob ein Blutgerinnsel vorliegen könnte – zum Beispiel bei:
- Verdacht auf eine Beinvenenthrombose
(Schmerzen, Schwellung, Wärmegefühl im Bein) - Verdacht auf eine Lungenembolie
(plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, schneller Puls) - Verdacht auf eine schwere Gerinnungsstörung (DIC)
Der Test hilft vor allem dabei, eine Thrombose oder Lungenembolie mit hoher Sicherheit auszuschließen, wenn Dein persönliches Risiko eher niedrig oder mittel ist.
Übersicht: Häufige Gründe für erhöhte D-Dimere
| Situation/Gruppe | Typische Beispiele | Warum steigen D-Dimere? | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|---|
| Akute Blutgerinnsel | Thrombose, Lungenembolie | Fibrinbildung + Abbau | Erhöhter Wert beweist kein Gerinnsel |
| Operation/Verletzung | Chirurgie, Fraktur | Gewebeschaden aktiviert Gerinnung | Häufig unspezifisch |
| Entzündung/Infektion | Pneumonie, COVID-19 | Entzündung aktiviert Gerinnung | Auch ohne Thrombose möglich |
| Schwangerschaft/Wochenbett | 3. Trimester | Physiologische Gerinnungsanpassung | Eigene Grenzwerte |
| Alter | > 50 Jahre | Basiswert steigt | Altersangepasste Formel nutzen |
| Schwere Grunderkrankungen | Krebs, Leber-/Niereninsuffizienz, DIC | Komplexe Gerinnungsaktivierung | Nur im Gesamtbild bewerten |
Merke
Nach Operationen, in der Schwangerschaft, im höheren Alter oder bei Entzündungen ist „D-Dimer erhöht“ häufig ohne akutes Gerinnsel.
Referenzwerte
D-Dimere werden im Blut gemessen. Der übliche Grenzwert liegt bei:
- unter 500 µg/L (FEU)
Liegt Dein Wert darunter, spricht das in vielen Fällen gegen eine akute Thrombose oder Lungenembolie.

Mit zunehmendem Alter steigen die D-Dimer-Werte auch ohne Erkrankung leicht an. Deshalb gilt für Menschen über 50 Jahren häufig:
- Alter × 10 µg/L (FEU)
Beispiel:
Eine 75-jährige Person → Grenzwert 750 µg/L FEU
So vermeidet man unnötige weitere Untersuchungen bei älteren Menschen, ohne die Sicherheit zu verringern.
D-Dimere können in zwei Einheiten angegeben werden:
- FEU (Fibrinogen Equivalent Units)
- DDU (D-Dimer Units)
Wichtig:
1,0 µg/mL FEU entspricht etwa 0,5 µg/mL DDU.
Deshalb müssen die Werte immer passend zum verwendeten Labortest beurteilt werden.
Liegt dir ein Laborbefund vor?
D-Dimere werden in diesem Artikel nur allgemein betrachtet. Wenn du Schwierigkeiten hast, deinen Laborbefund zu verstehen, kannst du den Befund hier anonym hochladen und verständlich erklären lassen.
Zusammenfassung
D-Dimere entstehen, wenn Dein Körper ein Blutgerinnsel wieder abbaut. Kleine Mengen sind normal. Erhöhte Werte zeigen, dass Gerinnung im Körper aktiv war. Der Test eignet sich besonders gut, um eine Thrombose oder Lungenembolie auszuschließen – beweist aber allein keine Erkrankung.
Häufige Fragen (FAQ)
Quellen
- Weitz JI, Fredenburgh JC, Eikelboom JW. A test in context: D-dimer. J Am Coll Cardiol. 2017;70(19):2411–2420. Verfügbar unter: https://www.jacc.org/doi/10.1016/j.jacc.2017.09.024
- Schouten HJ, Geersing GJ, Koek HL, et al. Diagnostic accuracy of conventional or age adjusted D-dimer cut-off values in older patients with suspected venous thromboembolism: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2013;346:f2492. Verfügbar unter: https://www.bmj.com/content/346/bmj.f2492
- Levi M, Toh CH, Thachil J, Watson HG. Guidelines for the diagnosis and management of disseminated intravascular coagulation. Br J Haematol. 2009;145(1):24–33. Verfügbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2141.2009.07600.x
- Linkins LA, Takach Lapner S. Review of D-dimer testing: good, bad, and ugly. Int J Lab Hematol. 2017;39 Suppl 1:98–103. Verfügbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ijlh.12665
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